In diesem Beitrag
- Gluten und seine Rolle im Brotteig
- Glutenhaltige Getreidesorten
- Der Unterschied zwischen Rohstoff und fertigem Produkt
- Unterschiedliche Gründe, Gluten zu meiden
- Beschwerden Schritt für Schritt abklären
- Die Kennzeichnung „glutenfrei“ und die Bedeutung von 20 ppm
- Worauf Sie bei Hafer achten sollten
- Leicht übersehene Zutaten in Soßen und Würzmitteln
- Grundregeln für eine gemeinsam genutzte Küche
- Im Restaurant bestellen
- Eine ausgewogene glutenfreie Ernährung
- Vegan und glutenfrei: zwei Angaben richtig einordnen
Bei Reisbrot, Buchweizennudeln und Haferdrinks begegnet Ihnen die Bezeichnung „glutenfrei“. Sie lässt sich leicht als „ohne Weizenmehl“ verstehen. Bei der Auswahl einer Mahlzeit kommt es jedoch auch auf die Zutaten und die Zubereitung an. Je nachdem, ob jemand Zöliakie oder eine Weizenallergie hat oder aus persönlichen Vorlieben weniger Gluten essen möchte, kann dasselbe Gericht eine unterschiedliche Bedeutung haben. Schauen wir uns die Rolle von Gluten an und gehen wir Schritt für Schritt durch, worauf Sie auf Verpackungen und im Restaurant achten können.
Gluten und seine Rolle im Brotteig
Der Begriff Gluten bezieht sich auf Proteine, die unter anderem in Weizen, Gerste und Roggen vorkommen. Im Weizenmehl für Brot spielen die Proteine Gliadin und Glutenin eine wichtige Rolle. Wird das Mehl mit Wasser vermischt oder zu einem Teig geknetet, verbinden sich diese Proteine zu einer netzartigen Struktur. Sie trägt dazu bei, dass der Teig beim Dehnen nicht so leicht reißt und nach dem Eindrücken wieder zurückfedert.
Während der Brotteig geht, bildet die Hefe Gas. Hält der Teig dieses Gas fest, entstehen im Inneren Hohlräume. Das Glutennetzwerk hilft auch dabei, dass das Brot beim Backen seine Form behält und im Anschnitt größere und kleinere Poren zurückbleiben. Deshalb lässt sich nicht ohne Weiteres dasselbe Brot backen, wenn man Weizenmehl einfach durch Reismehl ersetzt. Die Art der Proteine und die Weise, wie der Teig seine Struktur erhält, unterscheiden sich.
Glutenfreies Brot erhält seine Struktur durch andere Zutaten und Verfahren. Verschiedene Mehle und Stärken werden kombiniert; je nach Produkt kommen auch Zutaten wie Xanthan hinzu, die den Teig stabilisieren. Eine andere Textur als bei Weizenbrot bedeutet deshalb nicht, dass das Brot schlecht gemacht ist. Die Zutatenkombination und der Wassergehalt müssen auf die gewünschte Brotsorte abgestimmt werden.
Auch beim Backen zu Hause empfiehlt es sich, ein Rezept für glutenfreie Zutaten zu wählen, statt in einem Weizenmehlrezept lediglich das Mehl auszutauschen. Selbst bei gleicher Mehlbezeichnung können Mischprodukte bereits Stärke oder strukturgebende Zutaten enthalten. Prüfen Sie, ob eine Zutat, die laut Rezept zusätzlich hineinkommt, schon im Produkt enthalten ist. So lässt sich vermeiden, sie doppelt hinzuzufügen.
Brotteig braucht eine andere Struktur als Teig für Kuchen oder Kekse. Ein Brot, das beim Gehen stark aufgeht, muss Gas im sich ausdehnenden Teig halten können. Glutenfreie Mehlmischungen für Brot lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres mit Mischungen für Kuchen oder Kekse gleichsetzen. Ändert sich das Verhältnis von Stärke und strukturgebenden Zutaten, ändern sich auch die Teigeigenschaften. Das ist ein Grund, auch unter der gemeinsamen Bezeichnung „glutenfrei“ ein zum Rezept passendes Mehl auszuwählen.
Um eine glutenfreie Ernährung zu verstehen, sollten sowohl die Eigenschaften der Lebensmittel als auch die Gründe für eine notwendige Einschränkung berücksichtigt werden. Die Rolle von Gluten beim Backen ist dabei von der individuellen gesundheitlichen Situation zu unterscheiden. Aus seiner Funktion im Brot lässt sich keine Empfehlung ableiten, dass alle Menschen Gluten essen sollten. Umgekehrt bedeutet die Notwendigkeit, es bei bestimmten Erkrankungen zu meiden, nicht, dass es für alle schädlich ist.

Glutenhaltige Getreidesorten
Bei einer Ernährung ohne Gluten müssen Weizen, Gerste und Roggen sowie daraus hergestellte Zutaten geprüft werden. Manche Lebensmittel sind leicht zu erkennen, etwa Toastbrot oder Nudeln aus Weizenmehl. Getreide kann aber auch unter anderen Namen oder als verarbeitete Zutat angegeben sein. Pasta aus Hartweizen gehört ebenso zu den Weizenprodukten wie Weizengrieß (Semolina); aus demselben Grund muss auch Dinkel berücksichtigt werden. Die Angaben „Vollkorn“ oder „aus ökologischem Anbau“ bedeuten nicht, dass Gluten entfernt wurde.
Auch Gerste wird leicht übersehen. Werden gekochtem Reis Gerstenkörner beigemischt, enthält die Mahlzeit Gerste, selbst wenn Reis die Hauptzutat ist. Produkte mit Gerstenmalz oder daraus hergestelltem Malzextrakt müssen ebenfalls gesondert geprüft werden. Es lohnt sich, Brot oder Gebäck nicht allein nach dem Aussehen zu beurteilen, sondern im Zutatenverzeichnis nachzusehen, welche Getreidesorten verwendet wurden.
Roggenbrot enthält, wie der Name schon sagt, Roggen. Auch Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, gehört zu den Zutaten, die bei einer glutenfreien Ernährung gemieden werden. Wenn Ihnen beim Kauf importierter Lebensmittel ein Getreidename unbekannt ist, prüfen Sie besser die Produktbeschreibung und die Angaben des Herstellers, statt die Getreidesorte anhand vertrauter Wörter zu erraten.
Reis, Buchweizen, Mais, Sorghum, Quinoa und Kartoffeln sind dagegen von Natur aus glutenfreie Zutaten. Sie können einen Ausgangspunkt für eine Ernährungsumstellung bilden. Doch nicht alle Lebensmittel, die diese Namen tragen, erfüllen dieselben Bedingungen. Buchweizennudeln können zusätzlich Weizenmehl enthalten, und Maisgebäck kann mit anderen Getreidezutaten oder Würzmitteln hergestellt werden. Die Eigenschaften des Rohstoffs sind ein erster Anhaltspunkt bei der Prüfung des fertigen Produkts.
Für die Einkaufsliste kann es hilfreich sein, Getreidesorten, die Sie meiden müssen, und geeignete Zutaten getrennt zu notieren. Wenn Reis und Kartoffeln als Grundnahrungsmittel infrage kommen, prüfen Sie bei verarbeiteten Produkten wie Nudeln oder Brot zusätzlich die Kennzeichnung und das Zutatenverzeichnis. Diese Unterscheidung hilft, nicht mehr Lebensmittel als nötig auszuschließen und verarbeitete Produkte nicht allein anhand des Rohstoffnamens auszuwählen. Der Blick auf geeignete Zutaten zeigt außerdem, dass Ihre Mahlzeiten nicht auf spezielle Ersatzbrote oder Ersatznudeln beschränkt sein müssen. Gekochter Reis kann die Grundlage bilden; auch eine Mahlzeit mit Kartoffeln oder Quinoa ist denkbar. Bei Buchweizen können Sie dessen natürliche Eigenschaften nutzen, sollten aber die Zusammensetzung fertiger Nudeln gesondert prüfen. Wenn Sie zwischen Zutaten unterscheiden, die in Ihrer gewohnten Ernährung bleiben können, und Produkten, die Sie ersetzen müssen, wird der Umfang der Umstellung greifbarer.

Der Unterschied zwischen Rohstoff und fertigem Produkt
Entscheidend ist, vollständig zu prüfen, welche Zutaten in einem Produkt stecken. Dass Reis selbst glutenfrei ist, und die Aussage, dass ein Reisbrot glutenfrei sei, erfordern unterschiedliche Prüfungen. Beim Backen eines Reisbrots können zusätzlich Weizenmehl oder andere Zutaten aus Weizen verwendet werden. Auch ein großes Reisbild auf der Vorderseite einer Verpackung reicht nicht aus, um die Glutenfreiheit zu beurteilen. Bei Buchweizen gilt dasselbe: Die Eigenschaften von Buchweizenmehl sind von der Zusammensetzung angebotener Buchweizennudeln zu unterscheiden. Ist der Buchweizenanteil angegeben, sollten Sie auch prüfen, woraus der übrige Anteil besteht, und die Zutaten der beiliegenden Soße oder Brühe mitlesen. Wenn nur die Nudeln ausgetauscht werden und die Soße unverändert bleibt, können die Bedingungen der gesamten Mahlzeit aus dem Blick geraten.
Auch von Natur aus glutenfreie Zutaten können bei der Ernte, Verarbeitung, Lagerung oder Zubereitung mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Kontakt kommen. Das wird als Kreuzkontakt bezeichnet. Wird beispielsweise Buchweizen auf derselben Anlage wie Weizen vermahlen oder glutenfreies Mehl in einen Behälter mit Weizenmehlresten gefüllt, können sich andere Zutaten ungewollt untermischen. Das Zutatenverzeichnis zeigt, was einem Produkt zugesetzt wurde, beschreibt aber nicht sämtliche Abläufe.
Wenn Sie wegen Zöliakie Gluten meiden, sollten Sie deshalb sowohl die Kennzeichnung „glutenfrei“ als auch die Informationen des Herstellers zu seinen Kontrollmaßnahmen beachten. Wird lediglich erklärt, dass kein Weizen zugesetzt wurde, und fehlen ausreichende Angaben zum Kreuzkontakt, können Sie beim Hersteller nach dem Herstellungsverfahren und den Kennzeichnungskriterien dieses Produkts fragen. Nennen Sie dabei den genauen Produktnamen und die Verpackungsinformationen, statt pauschal nach allen Produkten des Unternehmens zu fragen. So lässt sich klarer eingrenzen, worauf sich die Antwort bezieht.
Auch innerhalb derselben Marke können sich die Zusammensetzungen unterscheiden oder später ändern. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein darauf, dass Sie ein Produkt früher schon gegessen haben, sondern lesen Sie die Angaben auf der neu gekauften Verpackung erneut. Bei Produkten mit mehreren Geschmacksrichtungen sollten Sie außerdem prüfen, ob die zuvor überprüfte Variante mit der gewünschten übereinstimmt. Solche kleinen Unterschiede sind wichtig, wenn Sie ein bestimmtes Produkt auswählen, das Ihre Anforderungen erfüllt.
Vergleichen Sie auch beim Online-Einkauf die Produktfotos mit der tatsächlich gelieferten Ware. Wenn das Zutatenverzeichnis zu klein zum Lesen ist oder unklar bleibt, ob die aktuelle Verpackung gezeigt wird, können Sie beim Händler oder Hersteller die aktuellen Angaben anfordern. Nach Erhalt prüfen Sie die Informationen auf der Verpackung und bewahren sie auf. Bezieht sich eine Herstellerantwort nur auf ein bestimmtes Produkt und bestimmte Produktionsbedingungen, darf sie nicht auf die Eignung anderer Produkte übertragen werden.
Unterschiedliche Gründe, Gluten zu meiden
Zöliakie ist eine Erkrankung, bei der der Verzehr von Gluten eine Immunreaktion auslöst und den Dünndarm schädigt. Dadurch kann der Dünndarm Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufnehmen. Für Menschen mit einer entsprechenden Diagnose ist eine glutenfreie Ernährung deshalb ein wichtiger Teil der Behandlung. Die Erkrankung sollte weder als bloßes Unwohlsein nach dem Essen verstanden werden noch als etwas, bei dem Gluten an beschwerdefreien Tagen gegessen werden kann.
Bei diagnostizierter Zöliakie müssen Sie Gluten mit Unterstützung Ihres Behandlungsteams und einer Ernährungsfachkraft dauerhaft meiden. Dazu gehört nicht nur, erkennbare Speisen aus Weizenmehl wegzulassen, sondern auch Zutaten in verarbeiteten Lebensmitteln und Kreuzkontakt zu berücksichtigen. Wenn Sie neben den Lebensmitteln, die entfallen müssen, auch planen, mit welchen Speisen Sie die benötigten Nährstoffe aufnehmen, lässt sich die Ernährung im Alltag leichter beibehalten.
Eine Weizenallergie ist eine Lebensmittelallergie, bei der das Immunsystem auf Proteine im Weizen reagiert. Diese Reaktion muss sich nicht auf Gluten beschränken. Es können unter anderem Nesselsucht, geschwollene Lippen oder Atemprobleme auftreten; auch eine schwere allergische Reaktion ist möglich. Werden Zöliakie und Weizenallergie mit demselben Begriff bezeichnet, kann das zu Missverständnissen darüber führen, welche Zutaten gemieden werden müssen und wie im Notfall zu handeln ist.
Menschen mit einer Weizenallergie sollten nicht allein anhand der Kennzeichnung „glutenfrei“ beurteilen, ob ein Produkt für sie zur Vermeidung von Weizen geeignet ist. Manche Produkte enthalten Zutaten aus Weizen, etwa Weizenstärke, aus der Gluten entfernt wurde. Prüfen Sie die Weizenkennzeichnung und das gesamte Zutatenverzeichnis und wählen Sie entsprechend Ihrer Diagnose und den ärztlich empfohlenen Ernährungskriterien. Ob und in welchem Umfang auch andere Getreidesorten gemieden werden müssen, sollte anhand der individuellen Allergiesituation geklärt werden.
Wenn nach dem Essen plötzlich Schwellungen im Mund- oder Rachenbereich oder Atembeschwerden auftreten, ist eine medizinische Notfallversorgung erforderlich. Versuchen Sie nicht, die Ursache zu Hause durch zunehmend größere Verzehrmengen zu testen. Bei einer bereits diagnostizierten Allergie halten Sie sich an die verordneten Notfallmedikamente und den vorgesehenen Handlungsplan. Allgemeine Lebensmittelbeschreibungen reichen nicht aus, um die Stärke einer persönlichen Reaktion oder eine verträgliche Verzehrmenge festzulegen.
Teilen Sie Familienmitgliedern im selben Haushalt und Personen, die Ihr Essen zubereiten, am besten die genaue Diagnose mit. Bei Zöliakie sollten sie wissen, welche Getreidesorten gemieden werden müssen und wie Kreuzkontakt vermieden wird. Bei einer Weizenallergie sind die Vorgaben zum Meiden von Weizen und der Notfallplan wichtig. Auch an einem gemeinsamen Tisch können unterschiedliche Maßnahmen erforderlich sein. Der Satz „Ich darf kein Weizenmehl essen“ kann deshalb nicht sämtliche Bedingungen ersetzen.
Beschwerden Schritt für Schritt abklären
Beschwerden nach dem Essen von Brot oder Nudeln beweisen nicht unmittelbar, dass Gluten die Ursache ist. Ähnliche Symptome wie Bauchschmerzen und ein aufgeblähter Bauch treten auch bei anderen Verdauungsproblemen auf. Zöliakie wird nicht allein anhand von Symptomen diagnostiziert. Das Behandlungsteam berücksichtigt unter anderem die persönliche Krankengeschichte und Erkrankungen in der Familie und prüft, ob Blutuntersuchungen oder eine Gewebeuntersuchung des Dünndarms infrage kommen. Aufzeichnungen über gegessene Lebensmittel und Beschwerden können helfen, die Situation beim Arzttermin zu schildern.
Wenn Sie eine Untersuchung auf Zöliakie erwägen, ist es wichtig, Gluten nicht eigenständig vollständig wegzulassen, bevor Sie ärztlichen Rat eingeholt haben. Eine bereits begonnene glutenfreie Ernährung kann die Untersuchungsergebnisse beeinflussen. Falls Sie schon Lebensmittel eingeschränkt haben, sollten Sie mitteilen, welche Sie wie lange gemieden haben. Ob und wie Sie für die Untersuchung wieder Gluten essen sollen, muss das Behandlungsteam anhand Ihrer individuellen Situation entscheiden.
Insbesondere bei Verdacht auf eine Weizenallergie oder nach einer schweren Reaktion darf die Empfehlung, vor einer Untersuchung Gluten zu essen, nicht ungeprüft übernommen werden. Essen Sie nicht eigenständig wieder Weizen, sondern sprechen Sie beim Arzttermin zunächst über die mögliche Allergie und frühere Reaktionen. Die Hinweise zur Genauigkeit einer Zöliakieuntersuchung und die Sicherheit von Menschen mit Allergien müssen gemeinsam berücksichtigt werden.
Wenn Beschwerden beim Verzehr von Weizen wiederholt auftreten, auch nachdem andere Ursachen wie Zöliakie und Weizenallergie abgeklärt wurden, können Sie mit Ihrem Behandlungsteam über eine nicht-zöliakische Glutensensitivität sprechen. Es gibt keinen spezifischen Test, der allein eine eindeutige Diagnose ermöglicht. Zudem wird untersucht, ob neben Gluten andere Bestandteile des Weizens an den Beschwerden beteiligt sind. Die Erfahrung, dass es Ihnen nach dem Weglassen von Weizen besser geht, ist eine wichtige Information für die ärztliche Abklärung, beweist aber nicht, welcher Bestandteil die Beschwerden verursacht hat.
In einem Ernährungstagebuch können Sie neben dem Namen einer Speise auch Soßen, Beilagen, die Uhrzeit des Essens und den Zeitpunkt der Beschwerden notieren. Bei einem Nudelgericht halten Sie beispielsweise die Nudelsorte sowie die Brühe oder Soße fest. Sie müssen jedoch keine verdächtigen Lebensmittel absichtlich essen, um Einträge zu sammeln. Die Aufzeichnungen können als Grundlage dienen, um die ärztliche Abklärung und die Ernährungsplanung mit dem Behandlungsteam fortzusetzen.
Vor einem Beratungstermin können Sie zusammenstellen, welche Lebensmittel Sie derzeit meiden, wann und aus welchem Anlass Sie damit begonnen haben und welche Untersuchungsergebnisse bereits vorliegen. Beschreiben Sie auch konkret, was sich nach der Ernährungsumstellung gebessert hat und welche Beschwerden geblieben sind. Solche Aufzeichnungen ersetzen keine Diagnose, können dem Behandlungsteam aber bei der Auswahl weiterer Untersuchungen helfen. Aus dem Ergebnis eines im Internet gefundenen und ausprobierten Ernährungsplans sollten Sie keine eigene Diagnose ableiten.
Die Kennzeichnung „glutenfrei“ und die Bedeutung von 20 ppm
Der Ausdruck „glutenfrei“ wird auch im Alltag zur Beschreibung von Zutaten verwendet. Für die Kennzeichnung verpackter Lebensmittel gelten jedoch länderspezifische Vorschriften. Nach den US-amerikanischen Kennzeichnungsvorgaben muss der Glutengehalt eines als glutenfrei bezeichneten Lebensmittels unter 20 ppm liegen. Daneben gelten Bedingungen für die Verwendung bestimmter Zutaten. Mit dem Glutengehalt allein lassen sich deshalb nicht sämtliche Kennzeichnungsanforderungen erklären.
ppm ist eine Konzentrationseinheit und gibt an, wie viele Teile auf eine Million Teile der Gesamtmenge entfallen. Auf die Masse eines Lebensmittels bezogen bedeuten 20 ppm, dass in 1 kg Lebensmittel 20 mg Gluten enthalten sind. Hat eine Portion von 100 g genau eine Glutenkonzentration von 20 ppm, enthält sie 2 mg Gluten. Auch bei gleicher Konzentration ändert sich die aufgenommene Glutenmenge mit der Menge, die Sie essen.
Diese Rechnung soll den Unterschied zwischen Konzentration und Menge veranschaulichen. Sie legt weder eine persönlich erlaubte Verzehrmenge von 2 mg noch einen Maßstab für eine sichere Mahlzeit fest. In den US-Vorgaben markieren 20 ppm die Grenze; die Kennzeichnung verlangt einen Glutengehalt darunter. Wer „glutenfrei“ als Aussage versteht, dass die nachgewiesene Menge immer exakt 0 beträgt, kann die Bedeutung der Kennzeichnung missverstehen.
Die US-Vorgaben lassen sich nicht als gesetzlicher Maßstab auf sämtliche in Korea verkauften Produkte übertragen. Bei der Auswahl koreanischer und importierter Produkte sollten Sie die jeweils geltende Kennzeichnung und die Erläuterungen des Herstellers prüfen. Gibt es ein ausländisches Zertifizierungszeichen, sehen Sie nach, welche Stelle welches Produkt zertifiziert hat. Dabei ist es wichtig, eine Grafik, die wie ein Zertifizierungslogo aussieht, und eine eigene Formulierung des Herstellers nicht als gleichwertige Belege zu behandeln.
Wenn auf der Verpackung lediglich steht, dass kein Weizen verwendet wurde, oder zusätzlich auf die Herstellung in einer Anlage hingewiesen wird, die Weizen verarbeitet, müssen diese Angaben gesondert eingeordnet werden. Die Aussage „ohne Weizen“ gibt nicht automatisch Auskunft über Gerste, Roggen oder Kreuzkontakt während der Herstellung. Wenn Sie wegen Zöliakie oder einer Weizenallergie Lebensmittel meiden, kann es die Produktauswahl erleichtern, vorab mit Ihrem Behandlungsteam oder einer Ernährungsfachkraft zu klären, welche Kennzeichnungen für Ihre Situation relevant sind.
Stoßen Sie auf Angaben, die widersprüchlich erscheinen, sollten Sie nicht nur die für Sie günstigere Aussage herausgreifen. Sie können beim Hersteller nachfragen, worauf sich die Glutenfrei-Kennzeichnung bezieht und was die Hinweise zu Weizen bedeuten. Wenn Sie das Datum der Auskunft und die genauen Produktinformationen festhalten, lässt sich später leichter vergleichen. Eine ungeklärte Angabe muss als ungeklärt gelten. Aus einer ausbleibenden Antwort lässt sich nicht schließen, dass ein Produkt geeignet ist.
Worauf Sie bei Hafer achten sollten
Hafer führt beim Thema Gluten häufig zu Verwirrung. Statt ihn einfach nach denselben Kriterien wie Weizen, Gerste und Roggen einzuordnen, sollten Sie zwischen Hafer selbst und einer möglichen Beimischung anderer Getreidesorten unterscheiden. Bei herkömmlichem Hafer werden während des Anbaus und der Verarbeitung teilweise auch Weizen, Gerste oder Roggen gehandhabt. Für eine glutenfreie Ernährung reicht deshalb der Name „Hafer“ nicht als Auswahlkriterium. Menschen mit Zöliakie, die Hafer essen möchten, sollten prüfen, ob das Produkt als glutenfrei gekennzeichnet ist, und ärztlichen Rat einholen. Das gilt nicht nur für Haferflocken, sondern jeweils auch für Haferdrinks, Hafermehl und Hafergebäck. Selbst die Angabe, dass ausschließlich Hafer verwendet wurde, sagt allein nichts darüber aus, wie Kreuzkontakt mit anderen Getreidesorten kontrolliert wird.
Hafer enthält das Protein Avenin. Die meisten Menschen mit Zöliakie können glutenfreien Hafer essen, doch eine Minderheit kann auf dieses Protein reagieren. Deshalb muss zwischen Hafer, bei dem die Beimischung anderer Getreidesorten kontrolliert wurde, und einer individuellen Reaktion auf Hafer selbst unterschieden werden. Dass ein Produkt die Kennzeichnungsanforderungen erfüllt, garantiert keine persönliche Verträglichkeit.
Wenn Sie neu beginnen, Hafer zu essen, oder danach wiederholt Beschwerden haben, halten Sie die Produktinformationen und die gegessene Menge fest und geben Sie diese an Ihr Behandlungsteam weiter. Ob die Beschwerden vom Haferprotein, von anderen Zutaten oder von einem davon unabhängigen Problem kommen, lässt sich allein schwer beurteilen. Werden mehrere Lebensmittel gleichzeitig weggelassen und hinzugefügt, kann es schwierig werden, die Veränderungen zu erklären. Auch die Reihenfolge von Ernährungsanpassungen können Sie deshalb gemeinsam besprechen.
Auch beim Bestellen eines Haferdrinks sollten Sie zwischen dem Namen „Hafer“ und den Anforderungen an Glutenfreiheit unterscheiden. Fragen Sie das Personal, ob Sie die Verpackung und die Glutenfrei-Kennzeichnung des verwendeten Produkts einsehen können. Falls für Sie auch Zutaten anderer Getränke oder gemeinsam genutzte Utensilien im Café relevant sind, nennen Sie diesen Prüfbedarf ebenfalls. So betrachten Sie nicht nur den Namen der Zutat, sondern auch den Weg bis zum tatsächlich servierten Getränk.
Auch ohne Hafer lassen sich Mahlzeiten mit anderen Zutaten wie Reis, Buchweizen und Mais zusammenstellen. Umgekehrt bedeutet die Auskunft, dass Sie Hafer essen können, nicht, dass alle Haferprodukte dieselben Bedingungen erfüllen. Granola aus Hafer ist beispielsweise ein fertiges Produkt, dem neben Hafer weitere Getreidezutaten und Würzmittel zugesetzt werden. Auch hier zeigt sich: Ob eine einzelne Zutat geeignet ist und ob ein daraus hergestelltes Produkt geeignet ist, sind zwei getrennte Fragen.
Leicht übersehene Zutaten in Soßen und Würzmitteln
Es liegt nahe zu denken, dass schon der Austausch des Grundnahrungsmittels die gesamte Mahlzeit glutenfrei macht. Doch auch die Soße zu Reisnudeln, die Würzung von geröstetem Gemüse oder ein Salatdressing können glutenhaltige Zutaten enthalten. Nachdem Sie Reis oder Gemüse selbst geprüft haben, sollten Sie deshalb auch die weiteren Bestandteile der Mahlzeit betrachten. Eine kleine Menge ist kein Grund, eine Zutat von der Prüfung auszunehmen.
Sojasoße enthält je nach Produkt Weizen. Aus der Beschreibung als fermentiertes Lebensmittel aus Sojabohnen oder als traditionell hergestellt lässt sich keine Glutenfreiheit ableiten. Auch der Name „Tamari“ ersetzt nicht die Prüfung der jeweiligen Zusammensetzung und Kennzeichnung. Lesen Sie das Zutatenverzeichnis und die Glutenfrei-Kennzeichnung auf der Flasche und fragen Sie im Restaurant nach dem tatsächlich verwendeten Produkt. Ebenso wenig darf aus der Fermentation allein geschlossen werden, dass Gluten verschwunden sei. Um die Eignung einer weizenhaltigen Sojasoße für eine glutenfreie Ernährung zu prüfen, müssen Zutaten und Verarbeitungsbedingungen gemeinsam betrachtet werden. Auch die US-Kennzeichnungsvorschriften behandeln fermentierte Lebensmittel gesondert. Allein die Fermentation unter Verwendung von gewöhnlichem Weizen berechtigt nicht zur Kennzeichnung als glutenfrei. Prüfen Sie deshalb auch zu Hause vor der Verwendung, welche Kennzeichnungsanforderungen das Produkt erfüllt.
Bei Malz und Malzextrakt sollten Sie prüfen, ob sie aus Gerste stammen. Diese Zutaten können in Frühstückscerealien, Getränken und Gebäck vorkommen und sollten nicht allein deshalb übersehen werden, weil das Wort „Weizen“ fehlt. Auch bei Stärke ist der Ausgangsstoff wichtig. Maisstärke, Kartoffelstärke und Weizenstärke werden aus unterschiedlichen Rohstoffen hergestellt. Bei Weizenstärke müssen sowohl die Entfernung von Gluten als auch die Kennzeichnungsanforderungen des fertigen Produkts geprüft werden.
Bei der Prüfung von Würzmitteln müssen Sie nicht sämtliche Soßen pauschal als gefährlich ansehen. Entscheidend ist, ob die tatsächlichen Produktinformationen verfügbar sind und ob das Produkt zu Ihrem Grund für die Glutenbeschränkung passt. Lesen Sie beim Kauf einer neuen Soße für zu Hause zunächst das Zutatenverzeichnis statt nur die Vorderseite. Im Restaurant können Sie die gesuchten Zutaten konkret nennen, etwa: „Enthält diese Soße Zutaten aus Weizen oder Gerste?“
Wenn Sie Würzmittel zu Hause in andere Behälter umfüllen, bewahren Sie den ursprünglichen Produktnamen und die Verpackungsinformationen auf. Nach dem Umfüllen nur am Aussehen auf dieselbe Soße zu schließen, erschwert die erneute Prüfung der Zutaten. Bei Würzmischungen aus mehreren Produkten können Sie festhalten, welche Zutaten jedes davon enthält. Die geprüfte Kennzeichnung einer einzelnen Zutat bedeutet nicht, dass alle übrigen dieselben Bedingungen erfüllen.
Grundregeln für eine gemeinsam genutzte Küche
Wenn Familienmitglieder unterschiedlich essen, sollten Sie gemeinsam planen, welche Zutaten Sie verwenden und wie Sie damit in der Küche umgehen. Auch gekauftes glutenfreies Brot kann mit anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen, wenn es auf ein Schneidebrett mit Weizenbrotkrümeln gelegt wird. Die Grundlage ist, Arbeitsflächen und Küchenutensilien mit Reinigungsmittel gründlich zu reinigen und Rückstände zu entfernen. Legen Sie außerdem fest, wie die Zutaten getrennt aufbewahrt werden.
Bei gemeinsam verwendeten Lebensmitteln wie Marmelade können Krümel übertragen werden, wenn ein Messer nach dem Kontakt mit Brot wieder ins Glas gesteckt wird. Eine Möglichkeit ist, die benötigte Menge mit einem sauberen Utensil zu entnehmen oder ein eigenes Gefäß bereitzuhalten. Wenn Sie Ihrer Familie erklären, bei welchen Handgriffen sich Lebensmittel vermischen, werden die Maßnahmen verständlicher als durch die bloße Bitte, vorsichtig zu sein.
Bei einem Toaster müssen Weizenbrotkrümel im Inneren berücksichtigt werden. Als Möglichkeiten werden ein eigener Toaster für glutenfreies Brot oder geeignete Toasterbeutel genannt. Bei der Frage, ob ein Gerät neu angeschafft werden muss, sollten sowohl seine schwer zu reinigende Bauweise als auch die tatsächliche Nutzung betrachtet werden. Statt sämtliches Geschirr pauschal zu entsorgen und sich dadurch zusätzlich zu belasten, können Sie gezielt ermitteln und kontrollieren, womit die Lebensmittel in Kontakt kommen.
Auch gegen Ende der Zubereitung kann es erneut zu einer Vermischung kommen. Deshalb sollten Sie den gesamten Ablauf vom Hinzufügen der Zutaten bis zum Anrichten auf dem Teller betrachten. Prüfen Sie beim Frittieren, ob dasselbe Öl auch für Lebensmittel mit einem Teigmantel aus Weizenmehl verwendet wird. Glutenfreie Nudeln werden in frischem Wasser gekocht, nicht im bereits für Weizennudeln verwendeten Kochwasser. Auch Siebe, Zangen und Serviergefäße müssen geprüft werden.
Die zu Hause vereinbarten Regeln können Sie kurz aufschreiben, damit alle Mitkochenden sie kennen. Dazu können getrennte Aufbewahrungsbehälter, das Entnehmen von Marmelade mit einem sauberen Löffel sowie frisches Wasser und saubere Utensilien beim Nudelkochen gehören. Wenn Sie für ein Familienmitglied mit Zöliakie kochen, empfiehlt es sich, diese Maßnahmen mit der betreuenden Ernährungsfachkraft zu besprechen und an die Situation Ihres Haushalts anzupassen.
Stellen Sie sich eine Mahlzeit aus gekochtem Reis, Bohnen und geröstetem Gemüse vor. Betrachtet man nur die Namen der Zutaten, scheint die Mahlzeit keine Speisen aus Weizenmehl zu enthalten. Hinzu kommen jedoch die Würzung für das Gemüse und die Soße, in der die Bohnen zubereitet werden. Das fertige Essen kann außerdem mit einem zuvor für anderes Brot verwendeten Schneidebrett oder einer gemeinsam genutzten Zange in Kontakt kommen. Bei einer solchen Mahlzeit bestimmen die Zusammensetzung der Würzmittel und die Handgriffe beim Umgang mit den Zutaten die tatsächlichen Bedingungen stärker als die Suche nach einem Ersatzbrot.
Im Restaurant bestellen
Im Restaurant lassen sich die nötigen Fragen leichter klären, wenn Sie von Anfang an genau erklären, warum Sie Gluten meiden. „Ich möchte etwas weniger Weizenmehl essen“ und „Wegen Zöliakie muss ich auch Kreuzkontakt vermeiden“ sind unterschiedlich weitreichende Anliegen. Bei einer Weizenallergie nennen Sie die Diagnose und die Zutaten, die Sie meiden müssen. Persönliche Vorlieben, Erkrankungen und Allergien sollten nicht mit derselben Formulierung zusammengefasst werden.
Die Kennzeichnung „glutenfrei“ auf einer Speisekarte kann ein Ausgangspunkt für das Gespräch sein. Bevor Sie Auskunft über die tatsächlichen Zutaten und die Zubereitung erhalten haben, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass das Essen eines bestimmten Restaurants für Sie geeignet ist. Sie können fragen, ob die Soße Weizen enthält, ob Paniermehl oder Malz verwendet wird und wie Küchenutensilien und Arbeitsflächen gehandhabt werden. Antworten zu den Zutaten und Antworten zur Zubereitung sind jeweils erforderlich. Bei frittierten Kartoffeln fragen Sie nicht nur nach der Kartoffel als Zutat, sondern auch danach, ob dasselbe Öl für andere frittierte Speisen verwendet wird. Bei Nudelgerichten prüfen Sie die Zusammensetzung der Nudeln sowie Brühe, Kochwasser und Utensilien. Klären Sie vor der Bestellung außerdem, ob das Weglassen eines Toppings ausreicht oder ob bereits eingemischte Würzmittel eine Änderung erschweren. Formulieren Sie Ihre Fragen möglichst so, dass das Personal sie anhand der Zubereitung des Gerichts überprüfen kann.
Wenn das Personal die Zutaten oder die gemeinsame Nutzung von Geräten nicht kennt, bitten Sie darum, in der Küche nachzufragen. Ist eine Prüfung nicht möglich oder erklärt das Restaurant, dass es die nötigen Bedingungen nur schwer erfüllen kann, berücksichtigen Sie diese Auskunft bei Ihrer Essensauswahl. „Es wird wahrscheinlich in Ordnung sein“ ist von einer Antwort zu unterscheiden, die auf überprüften Zutaten und Abläufen beruht. Weder Gäste noch das Restaurant sollten ungeprüfte Angaben als Sicherheitsgarantie verstehen.
Auch bei Mahina sollten Sie vor der Bestellung nachfragen, ob ein bestimmtes Gericht zu den Anforderungen Ihrer Erkrankung oder Allergie passt. Dass veganes Essen angeboten wird, bedeutet allein weder, dass kein Weizen verwendet wird, noch, dass Kreuzkontakt kontrolliert wird. Nennen Sie Ihren Prüfbedarf konkret, etwa: „Ich muss wegen Zöliakie auf Gluten verzichten. Können Sie bitte die Zutaten und Soßen sowie die gemeinsame Nutzung von Küchenutensilien prüfen?“
Wenn jemand aus Ihrer Gruppe das Restaurant reserviert, sollten Ihre Anforderungen dabei ebenfalls mitgeteilt werden. Vergewissern Sie sich am Tag des Besuchs erneut, dass die Angaben aus der Reservierung beim Servicepersonal und in der Küche angekommen sind. Sehen Sie beim servierten Essen eine andere Soße oder ein anderes Topping als vereinbart, fragen Sie vor dem Essen nach. Es ist wichtiger, die für Sie erforderlichen Bedingungen zu prüfen und die Grenzen der Auskünfte zu verstehen, als dasselbe Gericht wie Ihre Begleitung zu wählen.

Eine ausgewogene glutenfreie Ernährung
Die Kennzeichnung „glutenfrei“ reicht nicht aus, um den Nährwert eines Lebensmittels zu beurteilen. Auch bei Brot und Gebäck mit derselben Kennzeichnung unterscheiden sich die verwendeten Mehle sowie der Gehalt an Fett, Zucker und Ballaststoffen von Produkt zu Produkt. Ob ein Lebensmittel für Menschen geeignet ist, die Gluten einschränken müssen, und wie die im Tagesverlauf benötigten Nährstoffe abgedeckt werden, sollte gemeinsam betrachtet werden.
Wenn Vollkornbrot oder Frühstückscerealien entfallen, können sich auch die bisherigen Quellen für Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe verändern. Um zu beurteilen, ob ein Ersatzbrot ähnlich viele Nährstoffe liefert wie das gewohnte Produkt, müssen Sie die Nährwertangaben vergleichen. Manche glutenfreien Produkte enthalten mehr Zucker oder Fett als die Produkte, die sie ersetzen. Die Kennzeichnung „glutenfrei“ erlaubt deshalb nicht zugleich die Annahme, dass ein Produkt zuckerarm oder fettarm ist.
Bei der Planung Ihrer Mahlzeiten können Sie geeignete Getreidesorten, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst abwechslungsreich nutzen. Stellen Sie eine Mahlzeit nicht nur aus gekochtem Reis zusammen, sondern wählen Sie dazu eine für Sie passende Proteinquelle und Gemüse. So erweitern Sie Ihre Auswahl innerhalb der Lebensmittel, deren tatsächliche Zutaten und Zubereitungsbedingungen geprüft sind. Wenn durch die Einschränkungen immer weniger Lebensmittel übrig bleiben, können Sie einer Ernährungsfachkraft Ihre Aufzeichnungen zeigen und über Alternativen sprechen.
Bei Menschen mit diagnostizierter Zöliakie kann das Behandlungsteam den Ernährungszustand im Zusammenhang mit der Schädigung des Dünndarms überprüfen. Welche Untersuchungen und Nahrungsergänzungsmittel nötig sind, richtet sich nach den Ergebnissen und der individuellen Situation. Eine glutenfreie Ernährung ist kein Grund, sämtliche Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen oder Müdigkeit ohne Weiteres auf den Mangel an einem bestimmten Nährstoff zurückzuführen. Wichtig ist, die Ernährungsanpassung und die medizinische Betreuung gemeinsam fortzuführen.
Für Menschen ohne eine glutenbedingte Erkrankung lassen sich Gewichtsabnahme oder eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit nicht als Wirkung einer glutenfreien Ernährung garantieren. Für die Beurteilung der Ernährung ist wichtiger, was und wie viel Sie im Tagesverlauf essen, als der bloße Austausch eines Brotes gegen ein anderes. Gibt es einen medizinischen Grund, Gluten zu meiden, haben die entsprechenden Anforderungen Vorrang. Wenn Sie aus persönlicher Vorliebe glutenfrei wählen, betrachten Sie sowohl die Nährwerte der Produkte als auch die Zusammenstellung Ihrer Mahlzeiten.
Achten Sie beim Vergleich von Nährwertangaben auch auf die Bezugsmenge. Beziehen sich die Angaben bei einem Produkt auf eine Scheibe und bei einem anderen auf 100 g, lassen sich die Zahlen nicht unmittelbar vergleichen. Rechnen Sie auf dieselbe Menge um oder orientieren Sie sich an der Menge, die Sie tatsächlich essen. Dieser Grundsatz gilt auch bei der Beurteilung einer glutenfreien Ernährung. Die Aussage, dass Gluten weggelassen wurde, und die Nährstoffe einer tatsächlichen Mahlzeit sind unterschiedliche Informationen.
Vegan und glutenfrei: zwei Angaben richtig einordnen
Vegan und glutenfrei beziehen sich auf unterschiedliche Dinge. Bei veganen Mahlzeiten werden neben Fleisch und Fisch auch Eier, Milchprodukte und andere tierische Lebensmittel weggelassen. Glutenfrei bezeichnet dagegen die Vermeidung von Gluten aus Weizen, Gerste, Roggen und weiteren entsprechenden Getreidesorten. Deshalb kann ein als vegan bezeichnetes Lebensmittel Weizenmehl enthalten, während glutenfreies Brot mit Eiern oder Milch hergestellt sein kann.
Wenn Sie beide Bedingungen erfüllen möchten, müssen Sie die jeweiligen Kennzeichnungen und das Zutatenverzeichnis prüfen. Ein Brot aus Reismehl mit Milch und ein Brot aus Weizenmehl ohne tierische Zutaten erfüllen unterschiedliche Bedingungen. Statt die Lebensmittel danach zu ordnen, welches besser sei, genügt es zu prüfen, ob sie zu Ihren eigenen Ernährungskriterien passen.
Auch Ersatzprodukte aus Bohnen oder Nüssen sind nicht allein deshalb bei jeder Lebensmittelallergie geeignet, weil ihre Zutaten pflanzlich sind. Wenn Sie Gluten meiden und zusätzlich andere Lebensmittelallergien haben, müssen weitere Zutaten geprüft werden. Angaben wie „vegan“, „glutenfrei“ und „ohne Nüsse hergestellt“ sollten nicht zu einer einzigen Sicherheitskennzeichnung zusammengefasst werden. Prüfen Sie jede erforderliche Bedingung einzeln.
Vor dem Einkauf können Sie Ihre eigenen Kriterien festhalten, etwa: „Ich verzichte auf tierische Zutaten“ oder „Wegen Zöliakie muss ich Gluten und Kreuzkontakt vermeiden“. Wenn Sie auch Ihren Begleitpersonen erklären, welche Anforderungen für Sie gelten, lassen sich Missverständnisse bei der Restaurantwahl oder der Vorbereitung von Zutaten verringern. Einer Person mit einer Erkrankung sollten Sie keine bloße Reduktion aus persönlicher Vorliebe empfehlen. Umgekehrt müssen Menschen, die nach Vorliebe wählen, ihre Entscheidung nicht so erläutern wie jemand mit einer Diagnose.
Denken Sie bei der Vorbereitung glutenfreier Mahlzeiten über die Auswahl der Zutaten hinaus auch daran, wie Sie daraus eine Mahlzeit zusammenstellen möchten. Klären Sie Ihre gesundheitliche Situation und die nötigen Zubereitungsbedingungen. Innerhalb der für Sie geeigneten Zutaten können Sie dann Geschmacksrichtungen und Kombinationen finden, die Ihnen gefallen.
Die glutenfreie Kategorie bei Mahina richtet sich nach der angegebenen Zusammensetzung der Gerichte. In der gemeinsam genutzten Küche kann es zu Kreuzkontakt kommen. Wenn Sie wegen Zöliakie Gluten meiden müssen oder eine Lebensmittelallergie wie eine Weizenallergie haben, teilen Sie dem Personal bitte vor der Bestellung Ihre Anforderungen mit und klären Sie, welche Zubereitungsbedingungen möglich sind.
Wenn Sie vegane und glutenfreie Anforderungen gemeinsam betrachten möchten, können Sie sich auch die Gerichte von Mahina Vegan Table zur Orientierung ansehen. Unter Glutenfreie Gerichte auf der Speisekarte von Mahina Vegan Table finden Sie die auf der Speisekarte beschriebenen Mahlzeiten, etwa Risotto aus Reis und Gemüsegerichte. Ein Blick auf die verwendeten Zutaten und die Zusammenstellung kann Ihnen helfen, gemeinsam mit Ihrer Begleitung ein Gericht auszuwählen.





