In diesem Beitrag
  1. Materialangabe und sichtbare Oberfläche zusammen betrachten
  2. Das Funkeln ähnelt eher vielen Punkten als einer einzigen Glanzfläche
  3. Mit dem Winkel zwischen Licht und Blick verändern sich die hellen Punkte
  4. Je nach Abstand treten Funkeln und Verpackungsgrafik anders hervor
  5. Das Licht löscht Farben und Schrift der Verpackung nicht aus
  6. Der wechselnde Blick beim Essen verändert das Werk ein wenig
  7. Material und Licht des Werks

Die kurze Antwort

Als Medium des Werks ist „Diamond dust on Hamburger Wrapping paper“ angegeben. Kim Hongrok erklärt, dass das verwendete Material kein Pulver ist, sondern aus natürlichen Diamanten besteht: sehr klein, doch mit erhaltenen einzelnen Flächen und Kanten, die Licht in verschiedene Richtungen reflektieren. Sie seien kleiner als die üblicherweise in handelsüblichen Schmuck gefassten Steine.

Drei Dinge, die beim Funkeln wichtig sind

  • „Diamond dust“ ist die im Werk verzeichnete Materialangabe.
  • Verändern sich Beleuchtung und Standpunkt, ändern sich auch die hell aufleuchtenden Stellen.
  • Aus der Nähe fallen einzelne Reflexpunkte auf; mit etwas Abstand treten Verpackungsgrafik und Gesamtanordnung in den Vordergrund.

Im Detail

Materialangabe und sichtbare Oberfläche zusammen betrachten

Als Medium des Werks ist „Diamond dust on Hamburger Wrapping paper“ angegeben. Vor dem Original fällt zunächst die punktweise funkelnde Oberfläche auf der Verpackung ins Auge.

Aus der Nähe erscheinen kleine Reflexpunkte über Farben und Schrift der Verpackung.

Das Funkeln ähnelt eher vielen Punkten als einer einzigen Glanzfläche

Beim Näherkommen leuchten nicht alle Bereiche gleichzeitig gleich hell. Zunächst werden ein oder zwei Punkte sichtbar; bewegt man Kopf oder Körper ein wenig, fallen anschließend andere Stellen ins Auge.

Das wirkt anders als ein gleichmäßiger Glanzlack über der gesamten Verpackungsfläche. Wenn sich der Betrachter bewegt, scheint das Funkeln mitzuwandern und erzeugt in dem unbewegten Werk kurze zeitliche Veränderungen.

Mit dem Winkel zwischen Licht und Blick verändern sich die hellen Punkte

Licht trifft auf die Oberfläche und wird in verschiedene Richtungen gelenkt. Wirft eine kleine Fläche es gerade zum Betrachter zurück, erscheint sie hell; ändert sich der Blickwinkel, kann derselbe Punkt wieder dunkler werden.

Große Bewegungen vor dem Werk sind nicht nötig. Schon eine kleine Veränderung von Oberkörper oder Blick am Tisch kann andere Stellen zuerst aufleuchten lassen. Für die Augen ist es angenehmer, neue helle Punkte auf der Werkoberfläche zu suchen, statt direkt in die Beleuchtung zu schauen.

Nahaufnahme der Oberfläche von Kim Hongroks Werk Madrid
Kim Hongroks Werk Madrid

Je nach Abstand treten Funkeln und Verpackungsgrafik anders hervor

Aus der Nähe lassen sich einzelne Reflexpunkte und bedruckte Oberfläche unterscheiden; mit etwas Abstand wird die Gesamtkomposition aus Logo, Schrift und Farben klarer.

Aus der Nähe ist die Materialoberfläche zu sehen, aus etwas Entfernung die Grafik und Anordnung der jeweiligen Stadt.

Das Licht löscht Farben und Schrift der Verpackung nicht aus

Auch im Moment starken Funkelns bleibt die Verpackung darunter sichtbar. Rot und Gelb, schwarze Schrift und Logos erscheinen weiterhin zwischen den kleinen Lichtpunkten. So liegen ein potenziell weggeworfenes Material und ein Material, das an hohen Tauschwert denken lässt, in derselben Bildfläche.

Kim Hongrok verbindet diesen Kontrast mit seiner Erzählung über den Kapitalismus. Diese Deutung kann ein Ausgangspunkt sein; zunächst lässt sich jedoch ausführlich beobachten, wie beide Oberflächen gleichzeitig vor Augen treten.

Der wechselnde Blick beim Essen verändert das Werk ein wenig

Die Werke bei Mahina Vegan Table hängen im Gastraum. Beim Warten auf das Essen und am Ende der Mahlzeit können sich Blickrichtung und Betrachtungsposition verändern. Selbst am selben Platz zeigt ein leichtes Heben oder Drehen des Kopfes ein neues Funkeln.

Gehen Sie nicht dicht an den Tisch anderer Gäste heran, nur um das Werk zu sehen, sondern betrachten Sie es auf natürliche Weise von Ihrem Platz. Ergibt sich die Gelegenheit für einen Blick aus der Nähe, achten Sie auf die kleinen Reflexpunkte; zurück am Platz können Sie anschließend Verpackungsgrafik und Gesamtanordnung betrachten.

Kim Hongroks Werk Madrid
Kim Hongroks Werk Madrid

Material und Licht des Werks

Sieht das Funkeln auf einem Foto genauso aus wie im Raum?
Ein Foto hält einen Zeitpunkt und Winkel fest. Im Raum wechseln dagegen die hellen Punkte mit Beleuchtung und Standpunkt. Schon eine kleine Blickbewegung am selben Platz kann Oberflächenveränderungen zeigen, die auf dem Foto nicht sichtbar sind.
Warum funkeln je nach Betrachtungsposition andere Punkte?
Weil sich der Winkel zwischen den kleinen Flächen, der Beleuchtung und dem Blick verändert. Wird Körper oder Kopf leicht bewegt, wandern auch die Stellen, von denen Licht ins Auge zurückfällt.
Ist das Material nur aus nächster Nähe sichtbar?
Aus der Nähe erkennt man die einzelnen Punkte besonders gut; mit etwas Abstand sieht man Funkeln, Farben, Schrift und Anordnung der Verpackung gemeinsam. Beide Entfernungen vermitteln unterschiedliche Informationen.
Darf die Werkoberfläche berührt werden?
Bitte betrachten Sie das Werk nur mit den Augen. Eine kleine Veränderung der Blickrichtung am eigenen Tisch und entlang des üblichen Weges reicht aus, um die wechselnde Oberfläche zu sehen.

Werkbilder und offizielle Materialangaben finden Sie auf der Seite zur aktuellen Ausstellung des Künstlers.

Aktuelle Ausstellung von Kim Hongrok