In diesem Beitrag
  1. Drei „Bilder“ von Debussy auf dem Album von 2017
  2. Die Welle beginnt nicht mit einer gewaltigen Brandung, sondern mit drei Tönen
  3. Drei Tiefenschichten auf einem einzigen Klavier
  4. Nicht nur die Lautstärke wächst und verschwindet wieder
  5. Was beim Vergleich von Interpretationen noch vor dem Pedal zu hören ist
  6. Wer eine Szene festhält, findet leichter Zugang zur Klassik
  7. Vier Fragen beim Hören von „Reflets dans l’eau“

Die kurze Antwort

Seong-Jin Cho nahm 2017 Debussys „Images“, 1. Heft, auf; dessen erstes Stück ist „Reflets dans l’eau“. Der wellenartige Eindruck entsteht nicht einfach durch langes Pedal, sondern dadurch, dass ein kurzes Dreitonmotiv durch mehrere Register wandert und Arpeggien sich ausweiten und wieder senken. Versuchen Sie zunächst nicht, jedem funkelnden Ton der rechten Hand zu folgen. Stellen Sie sich bei jeder Wiederkehr des Motivs vor, dass sich der Mittelpunkt der Wasseroberfläche verschiebt.

Drei Elemente, die Wellen hörbar machen

  • „Reflets dans l’eau“ ist das erste Stück aus Debussys „Images“, 1. Heft.
  • Ein kleines Dreitonmotiv, weiter werdende Arpeggien und das Funkeln im hohen Register bilden unterschiedliche Schichten.
  • Achten Sie in Seong-Jin Chos Aufnahme weniger auf die Zahl der Töne als darauf, wie getrennt die Schichten klingen und wie der Nachhall in den nächsten Satz übergeht.

Im Detail

Drei „Bilder“ von Debussy auf dem Album von 2017

Seong-Jin Chos Debussy-Album von 2017 enthält „Images“ 1 und 2, die „Suite bergamasque“ und „Children’s Corner“. Es erschien am 17.11.2017.

„Images“, 1. Heft, umfasst „Reflets dans l’eau“, „Hommage à Rameau“ und „Mouvement“. Die Titel erinnern an Landschaft, Porträt und Bewegung, doch alle drei Stücke sind für ein Klavier geschrieben. Der Reiz der Sammlung liegt darin, wie ein Instrument Wasserbewegung, eine langsame Sarabande und maschinenartige Bewegung völlig verschieden gestaltet.

Die Welle beginnt nicht mit einer gewaltigen Brandung, sondern mit drei Tönen

„Images“, 1. Heft, ist eine dreiteilige Klaviersammlung, die 1905 veröffentlicht wurde. In „Reflets dans l’eau“ erscheint gleich zu Beginn ein kurzes Dreitonmotiv und kehrt später an verschiedenen Stellen und in veränderter Form zurück.

Wer sofort jede schnelle Verzierung erfassen will, erlebt die Musik leicht als verschwommen. Merken Sie sich zuerst den Moment, in dem die drei Töne eng beieinander sprechen. Selbst wenn sich die Arpeggien ringsum weit ausbreiten, zeigt die Wiederkehr dieser kleinen Form den Standort im Stück – wie ein Mittelpunkt inmitten der Wellen.

Drei Tiefenschichten auf einem einzigen Klavier

Das tiefe Register erzeugt ein langsames Gewicht wie der Grund des Wassers; die Mitte verbindet Motiv und Akkorde, die Höhe funkelt kurz. Zwar schwingen dieselben Tasten und Saiten, doch durch verschiedene Lautstärken und Anschlagsgeschwindigkeiten entstehen Vorder-, Mittel- und Hintergrund.

Fassen Sie Seong-Jin Chos Spiel nicht nur mit dem Satz „viel Pedal“ zusammen. Hören Sie, welche Töne nach vorn treten und welche zurückweichen. Ein heller hoher Ton ist nicht immer die Hauptstimme. Ein guter Vergleichspunkt ist der Moment, in dem eine Veränderung im Bass auch die Arpeggien darüber anders erscheinen lässt.

Nicht nur die Lautstärke wächst und verschwindet wieder

Zur Mitte hin werden die Arpeggien weiter und die Register kreuzen sich rasch. Es geht nicht bloß um ein Crescendo: Das kleine Motiv zerstreut sich in mehrere Richtungen und findet wieder zusammen. Mit steigender Welle verliert man die Melodie leicht; wer die vertrauten drei Töne als Wegweiser nutzt, kann ihr auch in dichten Passagen folgen.

Nach dem Höhepunkt kehrt Material vom Anfang zurück, doch nach der großen Bewegung kann es anders wirken. Vergleichen Sie in Seong-Jin Chos Aufnahme die Länge und den Nachhall des letzten Tons mit den Freiräumen der Einleitung. So bleibt „Reflets“ kein starres Bild, sondern wird zum Prozess sich wandelnder Klangfiguren.

Fenstertisch bei Mahina Vegan Table mit Lampe und Geschirr
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Was beim Vergleich von Interpretationen noch vor dem Pedal zu hören ist

Seong-Jin Cho spielte das Stück 2017 auch in der Berliner Yellow Lounge. Im Vergleich von Studioaufnahme und Liveaufführung desselben Pianisten werden selbst die Einflüsse von Raum und Aufnahmebedingungen auf den Nachhall hörbar.

Gleichen Sie die Lautstärke an und hören Sie nur drei Stellen: Kontur des ersten Motivs, Dichte des mittleren Höhepunkts und letzten Nachhall. Urteilen Sie nicht, welche Interpretation „mehr wie Wasser“ klingt, sondern beschreiben Sie, mit welchen unterschiedlichen Mitteln sie Wasser vorstellbar macht. Das schärft das Hören.

Wer eine Szene festhält, findet leichter Zugang zur Klassik

Wichtiger als viele Fachbegriffe ist zunächst, eine tatsächlich gehörte Veränderung festzuhalten: „Die drei Töne sind zurück“ oder „Mit dem Bass änderte sich auch das Licht“. Der Titel öffnet die Vorstellung, Wiederholungen in der Partitur weisen den Weg, und die Klangfarbe des Pianisten gestaltet die Entfernung dazwischen.

Mahina Vegan Table spielt klassische Musik im Gastraum. Wo immer Ihnen „Reflets dans l’eau“ begegnet: Dieser Text bleibt als kleine Hörkarte, mit der Sie den wiederkehrenden drei Tönen und den Bassbewegungen genussvoller folgen können.

Rosa Schnittblumen in einer bernsteinfarbenen Vase am Fenster
Saisonale Schnittblumen am Fenster von Mahina Vegan Table

Vier Fragen beim Hören von „Reflets dans l’eau“

Ist „Reflets dans l’eau“ ein eigenständiges Stück?
Es ist das erste von drei Stücken in Debussys Klavierzyklus „Images“, 1. Heft.
Wann erschien Seong-Jin Chos Debussy-Album?
Es erschien am 17.11.2017.
Klingt Musik durch viel Pedal automatisch wie Wellen?
Das Pedal verbindet den Nachhall, schafft aber allein keine Schichten. Lautstärke, Anschlag, Register und das Gleichgewicht von Melodie und Begleitung wirken zusammen.
Welche Stellen sollte ich mir beim ersten Hören merken?
Merken Sie sich nacheinander das Dreitonmotiv der Einleitung, die weiten Arpeggien in der Mitte und den immer dünner werdenden Nachhall am Schluss.

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